Pfad der Ehre

Es ist kalt, aber es ist trocken, als sich Mitglieder der Feuerwehr Emmerich, Angehörige und Freunde der Geehrten, interessierte Bürger der Stadt, Vertreter von Rat, Verwaltung vor der Feuerwache versammeln, um der Steinlegung im „Pfad der Ehre“ des Löschzuges Stadt der Feuerwehr Emmerich beizuwohnen.

Bei den Steinen handelt es sich um Pflastersteine auf denen Name und Todesjahr der Geehrten verewigt sind. Die Steine werden in den Weg eingelassen, der von der Pastor-Breuer-Straße zum Eingang der Feuerwache des Löschzuges Stadt der Feuerwehr Emmerich führt. Sie sollen dafür sorgen, dass die Erinnerung an Feuerwehrleute aufrechterhalten wird, die mindestens 25 Jahre
im aktiven Einsatz waren oder während ihrer aktiven Dienstzeit verstorben sind.

Der Löschzug Stadt existiert seit 1885, was bedeutet, dass über den Wechsel der Generationen hinweg viele Ehrenamtliche
und ihr Einsatz in Vergessenheit geraten würde. Die ersten Gedenksteine wurden 2008 gesetzt. Wer mehr über das Leben und Wirken der Verstorbenen erfahren möchte, kann das tun, indem er einen Blick in die von Ehrenmitglied Franz Wienhoven
akribisch und liebevoll zusammengetragene Chronik wirft, die im Feuerwehrhaus ausliegt.

 

Ehrung drückt sich durch Stein aus

Brandinspektor Martin Kroll beschreibt in seiner kurzen und ergreifenden Rede noch einmal die Idee: „Der Grundgedanke dieses Weges, den wir Pfad der Ehre genannt haben, ist es, die Erinnerung wach zu halten an unsere Vorgänger, und deren Wirken für das Allgemeinwohl in einer Art zu ehren, die sich durch einen Stein ausdrückt, mit dem sie auch heute noch perfekt ineinander greifend als Gemeinschaft einen Weg bilden, auf dem wir heute zum Einsatz laufen und das fortführen, was sie uns vor unserer aktiven Zeit bereits vorlebten.“
In seiner Rede würdigt Martin Kroll ausführlich, dass die vier Geehrten, die alle bereits vor dem zweiten Weltkrieg in die Feuerwehr eintraten: Wilhelm Berndsen, 1907 bis 1982, Franz Bisselik 1898 bis 1981, Otto Pfuhl 1900 bis 1981, Fritz Rieger 1903 bis 1978, maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Feuerwehr Emmerich nach dem Krieg „... wieder aus einfachsten und primitivsten Anfängen, fast ohne jegliche Schutzausrüstung oder Geräte zur Brandbekämpfung zu einer modernen schlagkräftigen Einheit der Gefahrenabwehr unserer Stadt gewachsen ist. ...“

Angehörige ließen Steine ein

Nach der Ansprache, die mit den Worten: „Durch die in die Gedenksteine gemeißelten Namen bleiben diese Kameraden in unserer Mitte und in unseren Herzen. Diesen Platz haben sie sich verdient.“, endete, fand die Segnung der Steine durch Diakon und Notfallseelsorger Franz Puttkammer statt. Er wies darauf hin, dass die Gedenksteine zum innehalten einladen, und man sich in solchen Momenten der Endlichkeit des Lebens bewusst wird. Er zitierte ein altes chinesisches Sprichwort: „Nur wer nicht mehr geliebt wird, der ist wirklich tot.“
Angehörige und Freunde der Verstorbenen ließen die Steine in den Boden ein. Aus einem Fenster des Feuerwehrhauses ertönte eine Trompete. Die Atmosphäre war feierlich, würdevoll und dem Anlass angemessen. Nach Beendigung der Zeremonie fand bei Kaffee und Kuchen noch eine kurze Zusammenkunft in der Feuerwache statt, wo man sich noch einmal austauschen und der vielen Kameraden gedenken konnte.

Artikel erschienen auf lokalkompass.de


Die Tafel für "Pfad der Ehre" wurde angebracht.

Dieser Weg hält die Erinnerung an jene Feuerwehrkameraden wach, die sich seit der Gründung der Feuerwehr im Jahre 1885 in besonderer Weise freiwillig, ehrenamtlich und unentgeltlich für die Sicherheit der Bürger der Stadt Emmerich am Rhein als aktives Mitglied der Feuerwehr Emmerich am Rhein engagiert haben.

Jeder der durch einen Stein Geehrten hat eine aktive Dienstzeit von mindestens 25 Jahren abgeleistet und verblieb der Feuerwehr auch nach Erreichen der Altersgrenze für die Ausübung des aktiven Dienstes als Mitglied der Ehrenabteilung bis zu seinem Tod verbunden, oder verstarb während der aktiven Dienstzeit unabhängig  von der Dauer seiner bisherigen Dienstzeit in der Feuerwehr. Auf den Gedenksteinen sind jeweils der Name des Geehrten sowie das Jahr des Ablebens angegeben.

Seit 1885 engagieren sich Bürger der Stadt Emmerich am Rhein ehrenamtlich, unentgeltlich und freiwillig im Löschzug Stadt der Feuerwehr. Eine Vielzahl dieser Bürger leistete und leistet hierbei aktive Dienstzeiten von mehr als 25 Jahren ab und verbleibt der Feuerwehr auch nach Erreichen der Altersgrenze für die Ausübung des aktiven Dienstes als Mitglied der Ehrenabteilung verbunden.

Einige der zahlreichen Feuerwehrangehörigen vergangener Tage bleiben hierbei durch Erinnerungen noch lebender Zeitgenossen, Fotoaufnahmen oder sonstiger Dokumente präsent. Dies trifft jedoch hauptsächlich auf die Personen zu, die Führungspositionen bekleidet haben und hierdurch auch regelmäßig durch Namensnennung und Fotodarstellungen in der öffentlichen Berichterstattung berücksichtigt wurden.

Die überwiegende Zahl der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen versieht jedoch seinen Dienst über lange Jahre ohne besondere Beachtung der jeweiligen Person in der Öffentlichkeit. Dies entspricht sogar dem Wunsch der meisten Feuerwehrangehörigen, deren Motivation für den zeitintensiven Dienst in der „Hilfe für den Nächsten“ begründet liegt und nicht in der Beachtung durch „öffentlich wahrgenommener Ämter“.

Leider hat dies jedoch zur Folge, dass selbst innerhalb der Feuerwehr durch die Generationswechsel bereits nach wenigen Jahren nur noch wenige Zeitzeugen ehemals aktiver und verdienter Feuerwehrangehöriger präsent sind.

Der Ehrenweg von der Pastor-Breuer-Strasse zum Eingang der Feuerwache des Löschzuges Stadt dient daher der angemessenen und verdienten Ehrung aller ehemaligen Feuerwehrangehörigen des Löschzuges Stadt der Feuerwehr Emmerich am Rhein, die entweder mindestens 25 aktive Dienstjahre abgeleistet haben, sowie denen, die während ihrer aktiven Dienstzeit verstorben sind, durch einen Gedenkstein mit Angabe des Namens und des Todesjahres, damit deren Verdienste für die Allgemeinheit und für die Feuerwehr nicht in Vergessenheit geraten.

Für die Zukunft ist geplant, einen Stein je Jahresquartal im Gehweg zu platzieren, wobei hierbei chronologisch in die Vergangenheit zurückgegangen wird.

Die Ehrenabteilung der Feuerwehr Emmerich hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nachforschungen über die Dienstzeit der jeweiligen ehemaligen Feuerwehrangehörigen anzustellen und diese für die derzeitige und die kommenden Feuerwehrgenerationen zu dokumentieren.

 – 13.12.2008 – Gedenksteine erinnern künftig an verstorbene Feuerwehrleute aus Emmerich.

Der Löschzug beauftragte Ehrenmitglied Franz Wienhoven vom Löschzuges Stadt, nach den Namen der zu ehrenden Mitglieder zu forschen.

Als Voraussetzung legte man fest, dass die Personen mindestens 25 Jahre lang der Feuerwehr angehörten und Ehrenmitglied wurde, oder aber während ihrer aktiven Dienstzeit verstarb

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